Vortrag: Die Fugger, die Montanwirtschaft und eine archäologische Sensation

Donnerstag, 6. Juli 2017 - 19:00

Geschichte wiederholt sich – manchmal – eben doch, jedenfalls beinahe. Es war eine weltweit beachtete Sensation, als 2008 im Sand der Skelettküste von Namibia das Wrack des 1533 gesunkenen portugiesischen Handelsschiffes „Bom Jesus“ gefunden wurde. Die deutschsprachige namibische „Allgemeine Zeitung“ betitelte seinerzeit einen Beitrag zum spektakulären Schatzschiff im Diamantensperrgebiet nahe der Stadt Oranjemund mit der Schlagzeile „Fund des Jahrhunderts“. Rechtzeitig zum 2009 in Augsburg gefeierten Gedenkjahr „550 Jahre Jakob Fugger“ widmete sich sogar das Magazin „National Geographic“ dem Sensationsfund an der Westküste Afrikas. Der Küstensand gab nicht nur Kanonen, Goldmünzen und tausende verschiedenster Artefakte frei, sondern auch Kupferingots mit dem Dreizack, der Handelsmarke der Augsburger Fugger. Diese Kupferingots waren Halbgossenkugeln – eine Halbfertigware. Neben 20 Tonnen Kupfer fand man auch Quecksilber – wohl aus den an die Fugger verpachteten Quecksilber- und Zinnobergruben im spanischen Almadén – sowie Handelswaren aus Süddeutschland. 2017 ist es 650 Jahre her, dass der erste Fugger in Augsburg einwanderte. Duplizität der Ereignisse in Jubiläumsjahren: Erst 2017 wurde in Augsburg bekannt, dass ein weiteres Schiffswrack mit Fugger’schen Halbgossenkugeln als Teil der Ladung gefunden wurde, und zwar ebenfalls bereits im Jahr 2008. Und doch ist einiges ganz anders als beim Fund der „Bom Jesus“. Denn das nun erst bekannt gewordene Handelsschiff sank vor der Ostküste Afrikas, wo der spektakuläre Fund vor Kenia bis heute fünf Meter tief unter Wasser liegt. Der Fuggerforschung und den Medien ist diese Sensation der Unterwasserarchäologie aber bis heute entgangen.

Anmeldung unter 0821 45 09 78 21 oder per E-Mail: Wieselhaus[at]regio-augsburg[dot]de (Katharina Dehner).

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